Madame Zarah ist mir eine gute Bekannte, ich kenne und schätze sie als hochkompetente Domina. Mir gefällt ihre vorbildliche Einstellung zu ihrer Profession. Sie ist stets eine zugleich charmante, wie auch intelligente Gesprächspartnerin - in entsprechend angenehmer Atmosphäre fand dieses Interview in ihrem schönen Studio in Hamburg- Eilbek statt.
Zarah, aus welchen Beweggründen hast Du Dich für den Beruf der Domina entschieden?


Ich glaube manche Wege werden nicht aus einem besonderen Anlaß betreten.

Vielmehr mutmaße ich, dass ein Wandeln auf manch einem Pfad vorherbestimmt scheint und nur darauf ausgelegt ist, als genau DAS erkannt zu werden.

So sehe ich meine Entscheidung, als professionelle Domina zu wirken, nicht als gezielte Lebens- oder Berufsplanung an.

Ich betrachte meinen Werdegang eher als unweigerliche Schlußfolgerung für mein dominant geprägtes Naturell, meinen sehr starken und geraden Charakter, meinen Respekt vor Wertigkeiten, meiner Befürwortung einer gewissen Etikette und meiner Leidenschaft für die unterschiedlichsten Facetten des BDSM unter Anbetracht der unterschiedlichen Menschen mit ihren Neigungen.

Doch insbesondere liebe und nutze ich die mir gebotenen Wege, um mit meiner Art von Sinnlichkeit und Erotik zu spielen – zu manipulieren - zu beherrschen.


Wie würdest Du Dein professionelles Spiel mit SM beschreiben ?


Für mich bedeutet SM die Möglichkeit einer wundervollen Inszenierung.

Zumeist betrachte ich mich während solch eines SM-Rollenspiels als Jägerin der Gelüste, die sich auf der Pirsch befindet, um Ihre Beute gefangen zu nehmen.

Der abgestimmte Einsatz von Schmerz, sexueller Lust, Unberechenbarkeit, Leid, Distanz und Nähe, Ruhe, Sanftmut, Strenge, Dominanz und der Hang zum Schauspiel, dienen bei meiner Jagd als Waffe und verhindern, dass mein Opfer der Begierde sich jemals sicher fühlen kann.

Schnappt meine Falle dann zu, versuche ich die vorgegebenen Neigungen und Fantasien auszuweiden und ins maßlose Begehren zu lenken.

Begierde ist ein maßgebendes Wort für meine SM- Begegnungen und das professionelle Spiel bei mir.


Was prägt Deinen Stil im Profi-SM ?


Ich denke, dass dort mehrere Facetten eine Rolle spielen.

So möchte ich in diesem Rahmen zuerst meine Authentizität benennen, mit welcher ich meinen Gästen begegne. Denn obgleich ich mich als stilvoll und erhaben tituliere, begegne ich allen Gästen mit vollem Respekt, ohne meine Dominanz dabei in Frage zu stellen.

Außerdem ist mein Spiel geprägt durch meine unverkennbare Lust am Leiten und Lenken – sprich am Dominieren – einer anderen Persönlichkeit.

Gegenüber einem devoten Gentleman genieße ich meinen Habitus, welcher mich bemächtigt, die Fäden seines Handelns und Tuns in meinen Händen zu halten.

Viel Genuss vermittelt mir und meinem Gast mein Wechselspiel von Zuckerbrot und Peitsche, erwartungsvoller Nähe und kühler Distanz, welches somit prägend ist für den Spielverlauf.
Ich umgarne meine Spielpartner, um sie mit ihrer Lüsternheit über Grenzen, insbesondere über Grenzen des Lust-Schmerzes, zu geleiten.

Ich lebe und genieße meine Dominanz, meinen gesunden Sadismus, die Möglichkeit, mich so auszuleben, wie ich bin.
- Diese positiven Empfindungen und mein leidenschaftlicher Hang zur Dramaturgie sind sicherlich prägnant für meinen Stil innerhalb einer SM-Begegnung.


Der ideale Gast - gibt es den Deiner Meinung nach ?


Oh ja, für mich auf jeden Fall.

Mein Herz schlägt für jeden wahrlich devoten, niveauvollen Probanden, welcher bereit ist, für mich seine sexuelle Gier hinter meinen Ansprüchen und Erwartungen anzusiedeln.
Ein Mann, welcher die Etikette gegenüber einer schönen Frau achtet, und der anscheinend geboren wurde, nur um mir zu dienen und gefällig zu sein – könnte es etwas Schöneres geben?

Kühle Dominanz trifft auf brennenden Devotismus – bereits bei diesem Gedanken gerate ich ins Schwärmen.
Sollte sich dieser devote Herr, gegenüber gewissen sadistischen Aufmerksamkeiten, nun auch noch als schmerzbereit und masochistisch veranlagt erweisen, dann rede ich von einem kleinen „Wunder“ im Profi-SM.



Welche Spielarten magst Du besonders und weshalb?


Herrje, da möchte ich mich nicht vollkommen festlegen, obgleich ich sicherlich meine Highlights so benennen kann:

Ich bin eine große Liebhaberin der verantwortungsvollen, kontrollierten Atemreduktion. Jemandem Vertrauen vermitteln, so dass er bereit ist, sich mit seinem ganzen SEIN in meine Hände zu begeben, während ich ihn dabei auf kleinste Veränderungen von Augenausdruck und Gesichtsmimik beobachte – womit könnte jemals mehr Macht ausgeübt werden?

- Für mich ist dies eines der leidenschaftlichsten Begegnungsmomente.

Des Weiteren sehe ich mich als Kopfspielerin.

So liebe ich es, wenn ich erkenne, dass ein rundes und schmeichelndes Spiel entsteht, in welchem Spannungsbögen durch kleinste Details ins Maßlose aufgebaut werden können.
Dabei bediene ich mich der Wandelbarkeit leiser Worte, Sprache, Bewegungen, Gesten, Berührungen und Augenkontakt. Und wenn es mir derweil vergönnt ist, mir mein Gegenüber so tiefgründig zu beeinflussen, dass er alles um sich herum vergisst – nun, dann genieße ich es um so mehr, wenn ich Stimmungen erzeugen kann, die von vertrauter Harmonie bis in tiefe Angstphasen ineinander fließen.

- Fantastisch mutet dieser Tanz auf dem Seil ohne doppelten Boden und Netz an.

Das Spiel mit Grenzüberschreitungen, – insbesondere im Rahmen von eingeleiteten Schmerzempfindungen –, bedeutet mir ebenfalls ein Highlight.

Einen Menschen, zum Beispiel durch schmerzhafte und unnachgiebige Schläge oder Peitschrituale an den Rand der wahren Verzweiflung und der äußersten Schmerzgrenzen zu geleiten – kaum zu beschreiben, wie gerne ich diese Wege begleite.

Zu sehen, wie eine sonst vollkommen kontrollierte Persönlichkeit im Ritt auf dem Schmerzesfeuer von allem Weltlichem loslassen kann, um sich in dem Schmerz auszubreiten, – um darin sich und seine zulassenden Gedanken zu leben -, für mich, als Aktrice, ein wahrlich großes Geschenk.

Zu meinen fachlichen Specials/Besonderheiten zählt sicherlich mein langjähriges Wirken als Krankenschwester. So war ich 18 Jahre als Krankenschwester in verschiedenen Krankenhäusern und auf unterschiedlichen Stationen fachkompetent tätig.

Als Klinikerin im weißen Bereich kommt mir heute dieses Fachwissen zu Gute.

Und so dürfen sich die Liebhaber des Klinikums bei mir schon sehr gerne etwas „schmerzerprobter“ zeigen. Nadelungen mit unzähligen oder heißen Kanülen sind mir ebenso willkommen wie Nahtversorgungen, Aufspritzungen oder rektale Faustuntersuchungen.

Im Klinikum reizt mich alles, was extrem ist. Dabei bedeutet für mich extrem nicht verantwortungslos oder unwissend agieren.
Aus diesem Grunde biete ich weitaus weniger Praktiken, an als manch eine selbsternannte " Bizarrärztin ", die vor anscheinend gar nichts zurückschreckt.
- Unwissenheit gehört für mich auf keinen Fall in den Klinikbereich und kann einem Klinikerotiker im schlimmstem Fall sogar das Leben kosten.



Bist Du berührbar? Wenn nein, warum lehnst Du das für Dich ab?


Meine Form der Berührbarkeit erlaubt meinem Spielpartner, zu gegebenen Situationen und Augenblicken – sprich, wenn ich es gestatte –, an meinem Körper Nähe zu finden.

So biete ich gerne, nach einer berauschenden SM-Reise, meine Umarmung oder ein „Ausruhen“ beziehungsweise „Ankommen“ an meinem Dekolletee.
- Nach manch einer sadistischen oder dominanten Grenzüberschreitung ist diese Form von Nähe ein herrlicher Hafen, um Anker zu werfen, um durchzuatmen.
- Außerdem umgarne ich meinen Spielpartner gerne durch meine erotische Nähe, durch sanfte oder fordernde Berührungen, wie zum Beispiel durch Streicheln seiner nackten Haut.

Und selbstverständlich entflamme ich seine Lust, seine sexuelle Gier durch sinnliche, feurige Fingerspielereien.
Somit betrachte ich mich als nahbar, zu manchen Gegebenheiten auch berührbar – doch schließt meine Form der Berührbarkeit sexuelle Intimitäten an mir klar aus.

Meinen Schoß, in welcher Art und Weise auch immer, für einen meiner Gäste zu öffnen, um sexuelle Betätigungen an mir anzubieten, habe ich für mich mit einem klaren, unveränderlichen Nein entschieden.

BDSM ist so wundervoll, lebt von dem Begehren, der ungestillten Gier – weswegen etwas stillen, das im Verborgenem, in der offensichtlichen Sehnsucht, einen wundervollen Reiz entwickelt und aufrecht erhalten bleiben kann?

Weswegen sollte ich meine Dominanz, meine Führung, dazu nutzen, einem Gast vorzugaukeln, dass ich mir in diesem Augenblick nichts Schöneres vorstellen könnte, als seine Zunge in meinem Schritt zu begrüßen? Ich unterscheide für mich ganz klar Profi-Liga und private Zarah.So betrachte ich sexuelle Leidenschaft, feurige Berührungen, erotisierende Intimitäten für meinen ganz persönlichen und privaten Reichtum.

Als weiteren elementaren Aspekt in meiner Interpretation und Auffassung von BDSM finden SM geprägte Neigungen ihre Beflügelung durch eine Inszenierung, die den Kopf auf weite, leidenschaftliche Reisen schickt und durch Fantasie hervorsticht und befriedigt.


Ist in Deinem Studio auch eine Langzeiterziehung oder Übernachtung möglich?


Generell gesehen biete ich sehr gerne Langzeiterziehungen an.
Sollte diese über einen ganzen Tag hinausgehen, ist selbstredend auch eine Übernachtung in meinem Studio möglich.
Allerdings sind die Anfragen auf Langzeitbehandlungen oftmals nicht ganz ernst zu nehmen.
So biete ich feste Terminierungen, - mir unbekannte Herren -, nur noch zu gewissen Modalitäten an.
(Hierzu gehört eine finanzielle Anzahlung.)


Was sagst Du dem interessiertem Anrufer, der gerne einen Termin mit Dir vereinbaren möchte und erwähnt, dass er noch ganz neu sei, aber ungeheuer neugierig ist auf SM?
Lehnst Du ihn ab oder gibst Du ihm eine Audienz?



Weswegen sollte ich einem SM-Einsteiger den Empfang verwehren?

Im Gegenteil, SM-Einsteiger sind mir mit ihrer unverbrauchten Neugier herzlich willkommen.

So bitte ich diese Herren gerne zu einem unverbindlichem Vorgespräch.
Solch ein Gespräch ist dienlich, um sich gegenseitig ein wenig kennen zu lernen. Ferner bietet es die Chance, sich über die entstandene Neugier so wie die erwachten Fantasien auszutauschen und über eine mögliche Realisierbarkeit zu sprechen.
( Anbei sei erwähnt, dass selbstredend jedem neuen Gast meines Hauses solch ein Vorgespräch geboten wird.)


Wie sollte SM nicht sein?



Laut, vulgär, unkontrolliert, erzwungen, distanzlos, fantasiearm, geldgeil, verantwortungslos, ohne Leidenschaft, niveauvergessen, respektlos und ohne fachliches Hintergrundwissen (insbesondere im Klinikbereich)


SM bedeutet für Dich ?



BDSM ist - die Beflügelung unserer sexuellen Träume und Neigungen.

BDSM ist - für mich eine prägende Lebenseinstellung, welche Sorgsamkeit und Respekt für mich selbst und mein Gegenüber bedeutet.

BDSM ist – facettenreich und wundervoll.

BDSM ist – aus meinem Leben nicht wegzudenken und prägt große Teile meines Charakters.


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