Mit Contessa Cara sprach ich zum ersten Mal im Casa Casal, wo sie heute ihrer Profession als Domina und Bizarrärztin nachgeht. Ich erlebte eine sehr spezielle, in ihren Ansichten unbeirrbare und gefestigte Persönlichkeit. Von Anfang an stellte sie die Regeln unseres Miteinanders auf, entsprechend fiel das folgende Interview aus. Es gibt sie authentisch wieder in ihrer wirklich komplexen Persönlichkeit.
Für das Gespräch gestattete mir das " Du ".
Wie kamst Du auf die Idee Domina zu werden?
(*lacht*) Mal ehrlich, niemand wacht morgens auf und denkt sich: Jetzt werde ich Domina.
Bevor ich als Domina tätig wurde, habe ich mich bereits viele Jahre mit der Thematik auseinander gesetzt. Ein Schlüsselerlebnis gab es bei mir nicht.
Verrate uns doch bitte, was Dir beim SM besonderes Vergnügen bereitet?
Ich genieße meinen Sadismus, die Reaktion in den Augen meines Gegenübers und das Feedback in meinen Sessions. Die Kombination von Lust und Leid sowohl physisch als auch psychisch.
Was bedeuten die Schlagworte "Tabus" und "Grenzen" für dich?
Das sind für mich zwei ganz verschiedene Dinge. Tabus sollten, auf professioneller Ebene, unbedingt beiderseits berücksichtigt werden. Ich liebe es, wenn jemand in der Lage ist, seine persönlichen Grenzen zu überschreiten und sie durch mich neu definieren kann.
Bist du ganztägig erreichbar?
Nein, telefonisch bin ich werktags in den Nachmittag- und Abendstunden für Terminabsprachen erreichbar. Die aktuellen Sessiontermine im Studio sind in meinem Terminkalender auf meiner persönlichen Internetseite einsehbar und werden monatlich aktualisiert. Dennoch sind auch individuelle Terminabsprachen für Stammgäste möglich.
Hast Du einen persönlichen Sklaven oder suchst Du noch einen?
24/7 lehne ich grundsätzlich ab, ebenso Haus- und Putzsklaven. Ich nutze seit Jahren zuverlässige Sklaven für diverse Aufgaben im Studio und für Videoproduktionen. Natürlich, im Rahmen einer Langzeiterziehung, dürfen Putzsklaven ihre Neigungen im Hause ausleben.
Nun gibt es aber auch Neulinge, Gäste und Interessenten, die eine softere Gangart bevorzugen ... bekommen die ihre Chance bei dir?
(*lacht*) Selbstverständlich, ich bevorzuge zwar die härtere Gangart, aber auch diese Gäste, und ganz besonders Neueinsteiger, sind mir sehr willkommen. Neulinge, sind frisch und formbar. Bei Interessenten der softeren Gangart differenziere ich strikt zwischen SM und Fetischismus. Dabei kommt es sehr auf deren Phantasien an. Wenn es mich inspiriert, um so besser. Kuschel-Programm gibt es bei mir definitiv nicht. Das überlasse ich gerne anderen Damen.
Bietest du auch Gemeinschaftserziehungen an?
Aber sicher. Gemeinschaftserziehungen haben absolut ihren Reiz. Regelmäßig bieten Cassandra und ich, im Casa Casal, mit großem Erfolg, „Tage der Gemeinschaftserziehung“ als besonderes Highlight an. Wir erfreuen uns der zahlreichen positiven Resonanz.
Hattest Du schon einmal eine Session in der Öffentlichkeit
Oh ja. Ich erinnere mich immer wieder gerne an verschiedene Outdoor-Termine. Ich bin mit einem Sklaven am Halsband sogar über die Düsseldorfer Kö „Gassi“ gegangen, anschließend haben wir im Park „Stöckchen-Holen“ gespielt. Eine kleine TV-Zofe musste, am helllichten Tag, meinen Wagen auftanken und bezahlen gehen. Ihr war das sehr peinlich, und ich hab mich dabei köstlich amüsiert. Ich könnte noch so viele Storys erzählen, aber das würde hier den Rahmen sprengen.
Welche Materialen trägst du gerne an deinem schönen Körper?
Ich bevorzuge Kleidung aus Latex und Leder. Als Fetischistin genieße ich das Material auf meiner Haut. Dieses unbeschreibliche Gefühl will ich auch meinen Gästen näher bringen. „Echte“ Fetischisten wissen genau was ich meine.
Bist du berührbar? Wenn nein, warum lehnst du das für dich ab?
Was meinst Du genau, mit berührbar? Ob ich mich ausziehe oder intim berührbar bin?
Diese Fragen beantworte ich mit einem strikten Nein. Diese Art der Nähe deckt sich absolut nicht mit meiner Vorstellung einer authentischen Klassischen Domina.
Durchaus gewähre ich dem Gast, und ganz besonders dem Fetischisten, meine Kleidung zu berühren, um das Material zu erleben.
Du bietest auch Klinkbehandlungen an. Was reizt Dich daran?
Klinikbehandlungen sind eine meiner Spezialitäten. Ich bevorzuge eine Behandlung, in der durchaus reale Aspekte einer Untersuchung eingebunden werden. Eine Klinksession bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten. Der Reiz liegt darin, ein Rollenspiel authentisch und vielschichtig umzusetzen.
Man hört ja viel von Extrem- Klinikern. Wie stehst du zu dem Thema und wie weit gehst du bei einer Klinik- Session?
„Extrem“ ist immer relativ und eine Frage der Definition. Ich habe in all den Jahren schon zahlreiche „extreme“ Behandlungen durchgeführt. Klinik-Spezialisten sind bei mir in professionellen Händen. Hierzu gehören, zum Beispiel, auch extreme Nadelungen, extreme Analbehandlungen und Vieles mehr. Aber ich führe keine Operationen durch. Dafür müssen die Gäste schon in die Poliklinik gehen *lach . Ich handele stets nach dem BDSM-Codex: safe, sane and consensual. Was nach dem Gesetz verboten ist, lehne ich ab.
Alles Andere ist eine Sache der persönlichen Absprache. Anregungen für ausgefeilte Spielchen, werden gerne entgegen genommen.
Wie ich aus Deiner Webseite entnehmen konnte, bietest du ja nicht nur realen SM an, sondern hast seit geraumer Zeit eine eigene Filmproduktion. Wie kam es dazu?
Der Grundgedanke war, in meinen Filmen und Clips eine reale Session mit authentischen Darstellern umzusetzen. Filme zu produzieren, mit und für Menschen, die sich mit der Thematik identifizieren können. Es macht mir Spaß, mir immer wieder neue Szenarien auszudenken und diese vor der Kamera kreativ umzusetzen. Die Käufer meiner Filme haben so die Möglichkeit, mich einmal „in Aktion“ zu sehen.
Dann danke ich dir erstmal für das Gespräch. Möchtest du noch abschließend einige Worte an den Leser richten?
Es war mir ein besonderes Vergnügen, DomHunter. Ich hoffe, ich konnte Dir und den Lesern ein paar kurze Einblicke in meine Gedanken geben und freue mich darauf, mich in und an Euch auszutoben.