Herrin Jenny ist mir mittlerweile eine gute Bekannte geworden, stets freundlich, offen und hilfsbereit. Ich schätze Herrin Jenny sowohl als kompetente Domina, als auch als Mensch mit gleichem Fetisch, mit dem ich ausgiebigen Erfahrungsaustausch betreiben kann und auf deren großes Fachwissen in Bezug auf Latexkleidung und -toys ich gerne zurück greife. Das Interview entstand zwischen mir, Latexus, und Herrin Jenny in dem immer wundervoll nach Gummi duftenden Räumen ihres wunderschönen Studios, dem Latexdomizil in Langenhagen bei Hannover.
Herrin Jenny, wie hat sich bei Dir Deine Berufung zur Domina und vor allem Dein ausgeprägter Latexfetisch entwickelt.


Ich habe mich schon als Kind zu Dingen aus Gummi hingezogen gefühlt.
Autoreifen oder Spielzeug aus Gummi waren für mich als Kind etwas großartiges. Schon der Duft allein war etwas tolles.
Auch Gummihandschuhe hatten etwas besonderes für mich, allerdings fehlte da irgendwie der aufregende Geruch.
Als Teenie hatte ich dann regelmäßig Kondome in der Handtasche, weil ich das Gefühl beim anfassen einfach faszinierend fand.
Später habe ich dann an ersten ausgefallenen Partys teilgenommen. Richtige Fetischevents wie wir sie heute erleben können gab es damals noch nicht.



Und wie ging das dann weiter? Wann hattest Du Deine ersten "richtigen" Latexfetischklamotten?


Eine Freundin hat mich mit nach Hamburg genommen. Bei einem Latexschneider in der Nähe der Reeperbahn habe ich mir dann meine ersten Latexsachen machen lassen und damit begonnen, ständig und immer Latexslips und Latex - BHs zu tragen.
Ich habe das große Glück, in Latexsachen nicht zu schwitzen, daher kann ich Latexsachen als Alltagskleidung tragen.
In den darauf folgenden Monaten und Jahren habe ich meine Latexgarderobe ständig erweitert.



Selber Latex zu tragen, den eigenen Fetisch auszuleben ist das eine, das ganze in ein berufliches Umfeld zu packen eine andere. Wie entstand Deine Entscheidung, als Domina zu arbeiten.


Mitte der 80er habe ich dann meine ersten Domina-Erfahrungen gesammelt. Heute würde man dazu eher privater BDSM-Treff sagen, richtige Studios waren noch recht selten.
Zu SM und Fetisch fand man auch noch nichts oder sehr wenig in den Medien. Internet gab es noch nicht und irgendwie waren unsere Neigungen auch noch ein Tabuthema.
Sagt heute jemandem Lady Sabrina in Berlin noch etwas? Die Herrin des Hauses stellte damals sofort fest, dass ich eine ausgesprochen dominante Ader habe und dort habe ich erste Studioerfahrungen gesammelt.
Neben der privaten Szene bin ich dann auch immer mal wieder in Hamburg in einem Studio oder Club aktiv tätig gewesen.


Und von der Zeit zu Deinen wunderschönen Latexdomizil, wie ging das weiter?


Dann bin ich nach Hannover gekommen und habe für knapp 1 Jahr die Seiten gewechselt und passiv gearbeitet um danach wieder aktiv zu werden, damit verging ein weiteres Jahr.
Für mich war das eine Zeit des Sammelns von Erfahrungen. Ich wollte einfach genau wissen, wie es sich auf der anderen Seite anfühlt, die Empfindungen selbst erleben und meine aktive SM-Neigung ergänzen, um das später im eigenen Studio umzusetzen.
Es folgten noch weitere Stationen als Domina in anderen Studios bevor ich im Dezember 2007 das Latexdomizil eröffnet habe.



Und wie geht es in der nahen Zukunft weiter, Herrin Jenny?


Von meinem Horizont bin ich sicher lange noch nicht am Ende angekommen.
Ich habe mir meine natürliche Neugier und Experimentierfreude bewahrt und lerne auch heute immer noch dazu.
Durch diverse Medien, die Phantasien und Wünsche meiner Gäste und durch eigene Ideen wird das Spiel intensiver, oftmals führen spontane Einfälle zu besonderen Erlebnissen. Wenn die Wunschvorstellung mit der Realität verschmilzt, gibt das diesen „besonderen Kick“.



Wann hast Du denn selber richtig viel Spaß an einer Session? Welcher ist sozusagen der "ideale" Gast?


Ideal? Ach, dass ist so vielschichtig, die Bereitschaft sich zu unterwerfen, der Mut über Ängste zu sprechen, der Wunsch nach neuen Erfahrungen.
Ein idealer Gast für mich, ist derjenige, der mir die Führung überlässt und sich mir anvertraut, egal ob Anfänger oder Extremgast.
Und die ideale Session ist, wenn mein Gast zufrieden im Herzen und mit strahlenden Augen das Haus verlässt. Mit dem Wissen eine neue, ganz besondere Erfahrung gemacht zu haben.



Welche Spiele machen Dir richtig Freude?


Selbstverständlich bevorzuge ich neben der klassischen Dominanz vor allem die Spiele in und mit Latex, das entspricht ja nun auch 100% meiner ganz privaten Neigung, schließlich geht es auch im Privatleben nicht ohne Latex.
Man sieht mich auch durchaus schon mal beim Einkaufen oder Friseur im Latexoutfit.



Und Tabus? Was ist für Dich ein "no go"?


Tabus habe ich nur wenige: Amputationen, Intimkontakt zu mir, Kaviar und Körperverletzungen mit bleibenden Schäden haben in meinem Studio nichts zu suchen.
Alle anderen Neigungen und Wünsche sind meinen Kolleginnen und mir gern willkommen.



Dein Studio, verehrte Herrin Jenny, ist wirklich wunderschön. Soll das alles so bleiben wie es ist oder hast Du bestimmte Ideen, die Du verwirklichen möchtest?


Auch das Studio selber wird weiter entwickelt, obwohl ich davon überzeugt bin, hier schon ein hohes Niveau erreicht zu haben (stimmt: kann ich bestätigen – Latexus).
Mein derzeitiges Projekt ist die „mitwachsende Streckbank“ in unserem schwarzen Raum. Diese Streckbank wird permanent um Bauteile erweitert, die es ermöglichen, in Zukunft sehr vielseitig in diesem Raum zu spielen.
Es sind jetzt schon sehr viel mehr Dinge möglich, als nur einen Delinquenten auf der Streckbank zu fesseln und bewegungsunfähig zu machen.

Als nächstes Projekt wird dann unser Nassraum in Angriff genommen, damit dort alle feuchten Spiele, Natursektexzesse, Schlachtungen usw. gespielt werden können.



Was möchtest Du den Lesern Deiner Portraitseite für eine Botschaft mit auf den Weg (vielleicht auf den Weg zu Dir ins Latexdomizil) geben?


SM und Fetisch in seiner gesamten Bandbreite zu beschreiben ist wohl unmöglich. SM ist individuelle Lusterfüllung und immer wieder eine neue Erfahrung. Ich danke meinen Gästen für ihre Treue und freue mich auf weitere bizarre Erlebnisse.
Auch möchte ich jeden interessierten Neugierigen in unser Haus einladen.
Ich beiße nicht …… nur manchmal :-)



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