Ich traf mich mit Lyn anläßlich unseres Fototermines in einer kleineren Stadt bei Hamburg und später im World of Fetisch, hatte hierbei sehr viel Gelegenheit, mich mit ihr über allerlei Themen rund um das Thema BDSM zu unterhalten. Ich lernte hierbei eine authentische dominante junge Frau kennen, gefestigt in ihrer Persönlichkeit und mit klar definierten Ansichten.
Lyn ist zielstrebig und ehrgeizig, steckt voller Pläne.
Vom ersten Moment an hatte ich das Gefühl, es mit einer wirklich veranlagten Frau zu tun zu haben, die sehr viel Genuss und Freude aus ihrer Profession zu ziehen scheint.
Vom Wesen her eher ruhig, zeigte sie sich als guter Zuhörer und sehr charmante Gesprächspartnerin.
Ich freue mich, sie im Domina- Portrait begrüßen zu dürfen!
Lyn, erstmal danke für deinen Wunsch, hier im Portrait präsent zu sein. Sicher gibt es eine ganze Reihe Menschen, die dich besser kennenlernen möchten. Kernfrage zu Anfang ist – wie wurde dir deine dominante Neigung bewusst? Gibt es da ein Schlüsselerlebnis?
Ein Schlüsselerlebnis hatte ich nicht, denke ich.
Es ist einfach so, dass mich das Dominieren, das Ausüben von Macht im geistigem, als auch im körperlichem Sinne, schon immer fasziniert hat.
Was veranlasst einen Menschen, sich zu unterwerfen und Genuss daraus zu ziehen?
Und natürlich im umgekehrtem Sinne….
O.K. – da wohnte also so einiges in dir. Wie ging es weiter? Was hast du unternommen, um zu weiteren Selbsterkenntnissen zu gelangen?
Ich lese sehr gerne, insofern holte ich mir alles an Büchern zur Thematik, was mir unter die Finger kam. Hierbei spürte ich von Anfang an meine Neigung zum Ausleben der englischen, klassischen Erziehung…gerade das, was andere gemeinhin als „ altmodisch „ bezeichnen, übte sogleich einen starken Reiz auf mich aus!
Nun würde ich gerne erfahren, wie du all das ins reale Leben umgesetzt hast? Begann es bei dir im Privatem oder auf SM- Parties?
Nein, überhaupt nicht. Es gab in meinem privatem Kreis niemanden, dem ich genug Vertrauen zwecks Outings entgegenbringen konnte. Gerade bei meinen Freunden lief da gar nichts….
Dann ahne ich bereits, warum ich dich heute als professionelle Domina vor mir sehen darf…
Genau. Ich denke, SMlerinnen oder Dominas haben eine besondere Menschenkenntnis.
Jedenfalls sprach mich Anita, ein Urgestein der Hamburger Herbertstraße und heutige Barbesitzerin, an, und fragte mich, ob ich nicht mal zuschauen mochte bei einigen bizarren Spielen mit einem ihrer Stammgäste.
Für mich war dieses Angebot wie ein Sechser im Lotto, konnte ich doch endlich all das mit eigenen Augen miterleben, was ich bis dato immer nur gelesen hatte.
Auch irgendwelche Filme können natürlich das Reale auf Dauer nicht ersetzen!
Jedenfalls war ich gleich am nächsten Tag bei meiner auch heute noch guten Freundin dabei.
Wie hast du das Erlebte für dich selbst empfunden? Warst du eher angeregt oder doch abgeschreckt?
Ich war völlig fasziniert von all dem. Der Sklave, der sich lange und hart auspeitschen ließ, dankbar auf die Knie ging, einfach alles willig an- und aufnahm von seiner Herrin und dabei am Ende höchste Lust empfand.
Jedenfalls war meine weitere Anwesenheit in der Herbertstraße ein absoluter Selbstgänger.
Stichwort Herbertstraße. Längst nicht für alle erste Wahl, von daher gestatte mir die Frage, welche Rolle generell das Geld dabei für dich spielt? Und - wo siehst du die Unterschiede zwischen dem Agieren in dieser Straße und dem Studioleben?
Natürlich möchte auch ich etwas verdienen, ganz klar. Doch ich gehöre zu den Menschen, die nicht reich sein müssen, um zufrieden zu sein. Hab ich viel, freue ich mich, ist es mal weniger, macht es mir nichts aus.
Ich sage dir, wie ich es empfinde und wie es ist:
Vorrangig lebe ich die Domina mit Haut und Haaren, habe viel Spaß an dem, was ich mache und bei mir kommt zuerst die Freude an meiner Profession und erst an zweiter Stelle das Materielle.
In einem Studio fühle ich mich somit wohler, es geht da halt lockerer und entspannter zu und man kann auch nicht zuletzt aufgrund umfangreicheren Equipments einiges mehr in Sessions einbringen.
Wenn ich dich jetzt anschaue, was dem Leser zu diesem Zeitpunkt nicht vergönnt ist, mag ich dir das alles durchaus so glauben, danke für deine Offenheit.
Kommen wir zu den Materialien, die du bevorzugst…
…und das ist Latex. Ausschließlich!
…aber du trägst doch sicher auch mal andere Dinge an deinem wunderschönem Körper?
Ja, klar. Bluse, Rock, Nylons, High- Heels, sehr gerne kurze Minis…die Bandbreite ist groß.
Nur du hast ja nach meinem absolutem Favorit gefragt…;-)
Ja, richtig ;-) Und nun direkt - bist du berührbar?
Ich bin nahbar, wenn es ins Spiel passt, lehne aber Weitergehendes ab.
Welche Rolle spielt dann Erotik für dich beim SM?
Eine sehr große Rolle. Ich setze meine weiblichen Reize bewusst ein, so etwas gehört doch dazu.
Welche Praktiken übst du besonders gerne aus im bizarrem Miteinander?
Ich steh auf Fisting, mag Schwanz/ - Hodenfolter aller Art.
Auch bin ich eine gute KV- Spenderin, mag es schmutzig.
Auf der anderen Seite empfinde ich es als schön, wenn meine stets gut manikürten Füße und Hände verwöhnt werden.
Grundsätzlich ist alles eine Frage der Chemie – die sollte halt stimmen.
Du bist sehr offen – insofern möchte ich dich nach einer eigenen, persönlichen Fantasie fragen, die du gerne noch mal ausleben möchtest….
Da gibt es schon etwas, es sind aber ziemlich intime, sehr eigene Gedanken – nur soviel: Ich werde mich in jedem Fall bald regelmäßig im OWK austoben.
Können zu Sessions eigentlich weitere Frauen hinzugezogen werden?
Ja, dies ist jederzeit und auch kurzfristig möglich.
Wie stehst du zu Outdoor und gewagtem, öffentlichem Ausgehen? Wie weit gehst du dabei?
Es gibt da beinahe keine Grenzen, mag mich gerne z. B. in Latex in der Öffentlichkeit zeigen oder bevorzuge besonders kreative Spiele. Kommt darauf an, wie mein Sklaven- Pendant sich auf mein Spiel einzulassen bereit ist.
Du bist ja eindeutig sehr erfahren- wie lange bist du denn schon dabei?
Ich bin jetzt seit 7 Jahren Domina, davon verbrachte ich 5 in der Herbertstraße und seitdem gehe ich meinen Neigungen in Studioräumen nach.
Würdest du denn auch heute noch einen Anfänger nehmen oder behandelst du nur erfahrene SMler?
Selbstverständlich empfange ich auch einen Neuen. Ich bin ein recht sensibler, einfühlsamer Mensch, mag auch eher die leisen Töne, insofern darf sich der Newcomer bei mir gut aufgehoben fühlen.
Lyn, ich danke dir sehr für die Ausführlichkeit deiner Antworten und all den Infos zu deiner Person. Wie üblich an dieser Stelle, soll der Abschluss des Gespräches dir allein gehören.
Andreas, es hat mir viel Freude bereitet, mit dir zu reden und auch das " Fotografiert - Werden " von dir hat mir viel Spaß gemacht.
Eine Webpräsenz wie das Domina- Portrait, welches die Schwerpunkte auf Persönlichkeit und Gesagtes legt und nicht nur auf schöne Bilder, war lange überfällig.
Leider bin ich erst diese Tage auf das Portrait gestoßen. Ich jedenfalls kann mich mit der Idee, die dahintersteckt, sehr gut identifizieren und insofern darf ich dir dafür Danke sagen.
Auch hoffe ich, dass der Eine oder Andere sich in meinen Worten wieder findet – er ist bei mir Herzlich Willkommen!